Mehr Verbindlichkeit für verläßliche Hauptschule gefordert – SPD-Ratfraktion zu Besuch in der Schule Bremer Straße
Artikel erstellt von Uwe am Sunday, 13 June 2010Die Hauptschule Bremer Straße hat an 3 Wochentagen Nachmittagsbetreung. Damit gilt die Schule als Ganztagsschule erklärte der Schulleiter Peter Bremersmann. Wir würden uns aber wünschen, so der Schulleiter, an 2 oder zumindest einen Nachmittag ein für Schüler verbindliches Lernangebot zu machen. Obwohl wir statistisch 100%-Lehrerversorgung haben, reichen die Lehrerstunden nicht, um dieses verbindliche Lernangebot anbieten zu können.
Die Beratungslehrerin Gaby Meißner-Wilken und die Sozialarbeiterin Claudia Wichards verdeutlichten ergänzend: Durch diese Gegebenheit können Schuler/innen selbst entscheiden, ob sie das Nachmittagsangebot wahrnehmen oder nicht. Die Realität zeigt dann, dass Schüler/innen, die wir gern mehr fördern würden, freiwillig nicht mitmachen. Schlechtere Schulabschlüsse, die auch Berufsaussichten verschlechtern, werden durch diese fehlenden Lehrerstunden begünstigt.
28% der Schüler/innen der Hauptschule Bremerstraße haben einen Migrationshintergrund und dadurch allein schlechtere Schulchancen. Mehr als 50% der Schüler/innen haben aufgrund der Elterneinkommen keine Verpflichtung, die Schulbücher selbst zu zahlen. Diese Zahlen allein machen deutlich, wie schwer Unterricht an Hauptschulen heute geworden ist.
Gleichwohl geben wir als Lehrer nicht auf und dulden keine Gewalt, keine Schmierereien, Verbalattacken oder Schulschwänzen, so Schulleiter Peter Bremersmann. Allerdings bedeutet dieses für uns, dass 5% der Schüler/innen 95% der Zusatzarbeit verursachen, weil Gespräche,
Ordnungsmaßnahmen, Konferenzen und Dokumentationen anfallen.
Mit der Unterstützung der Stadt Wilhelmshaven sind wir im Grundsatz sehr zufrieden. Wir wünschen uns aber bessere Unterstützung durch die Stadt, wenn Schüler/innen aus erzieherischen Gründen „Arbeitsstunden“ ableisten müssen, um Fehlverhalten zu sanktionieren.
Text Hans Hartmann


